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Handelsware Tier – unendliches Tierleid

Hundemafia Slowakei gebärmaschineTrotz aller Aufklärung geschieht es tagtäglich, Welpenkauf – Hauptsache billig. Damit unterstützt der Welpenkäufer einzig und allein die Welpen-Mafia und macht sich mitschuldig am zigfachen Leid der Handelsware Tier, so Ursula Boehm von der Stiftung Tierheim Wannigsmühle, BDT-Kooperationspartner.

Wer sich dazu entscheidet einen Welpen in seine Familie aufzunehmen, der sollte sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, welche Verantwortung mit einer solchen Entscheidung verbunden ist. Welpen sind kein Spielzeug und benötigen viel Zeit und Sorgfalt um in ein glückliches Hundeleben zu starten.

Der Markt regelt die Nachfrage, durch Internet und Kleinanzeigen werden oftmals Welpen angeboten, die unter fragwürdigen Bedingungen in unser Land gelangen. Meist handelt es sich um importierte Welpen aus Osteuropa, deren Produktion mit unaussprechlichen Leid und Elend verbunden ist. Die Mütter dieser armseligen Welpen werden unter den schlimmsten Bedingungen für die Machenschaften der Hunde-Mafia gnadenlos ausgebeutet und vegetieren vor sich hin. Die Welpen viel zu früh von dem Muttertier getrennt, sind weder geimpft noch tierärztlich gecheckt. Erhebliche Verhaltensdefizite sind vorprogrammiert. Meist sind die Tiere krank und vor allem wesentlich jünger als von den Verkäufern angegeben.

Kaufen Sie niemals, auch nicht aus Mitleid, Welpen aus dubiosen Quellen, schon gar nicht aus dem Kofferraum auf irgendeinen Parkplatz. Bitte merken Sie sich 7 von 10 Welpen überleben die Tortur der Handelsware Hund nicht.

Der vermeintliche Billigkauf entpuppt sich spätestens, wenn hoch ansteckende Viruserkrankungen auftreten, beim Tierarzt als teure Kostenfalle. Da die Welpen bereits im frühesten Alter von ihren Müttern getrennt werden, können sie keinen Impfschutz entwickeln. Selbst wenn die Tiere tatsächlich geimpft wären, bietet diese Impfung keinen Schutz. Erst ab einem Alter von 8 Wochen kann ein Impfschutz aufgebaut werden. Und denken Sie bitte auch an die ausgebeuteten, unter übelsten Bedingungen gehaltenen Muttertiere, welche einzig und allein als Produktionsmaschine taugen bis sie für diese Zwecke ausgedient haben. Deren Schicksal ist bereits von Anfang an besiegelt.

Eine weitere große Gefahr ist die Einschleppung, bei uns mittlerweile fast nicht mehr vorkommender Infektionskrankheiten. Vor allem die Tollwut stellt hier eine immense Gefahr dar. Diese Erkrankung ist auch für den Menschen hochgradig ansteckend und lebensbedrohlich.

Denken Sie daran, via Internet angebotene Welpen dazu noch verschiedene Rassen  weisen auf unseriöse Händlermachenschaften hin. Bei Internetangeboten haben Sie keinerlei Kontrolle darüber, woher die angebotenen Welpen wirklich stammen. Selbst auf seriös erscheinenden Internetseiten heißt es hier ist Vorsicht geboten. Weder Fotos noch Quellenangaben können von Ihnen überprüft werden, meist werden diese Seiten nur kurzzeitig ins Netz gestellt, um Käufer zu ködern und die Welpenware an den Mann/Frau zu bringen, zum Leidwesen der Tiere. Der Überschuss der Welpen welche nicht verkauft werden, wird grausamst entsorgt, denn in den verborgenen Produktionsstätten warten bereits neue Welpen auf die Schnäppchenjäger und damit geht dieser Kreislauf weiter.

Ab und an wird ein Fahrzeug der illegalen Welpen-Mafia durch die Polizei zufällig bei einer Routinefahrzeugkontrolle gestoppt. Die Bilder derartiger Transporte sind uns allen bekannt, genau wie es jedem Menschen bewusst sein muss, mit welchem Leid und mit welchen Strapazen der illegale Welpenhandel verbunden ist. Daher Hände weg von vermeintlichen Schnäppchenwelpen.

 

Eine seriöse Zucht ist nicht in der Lage Welpen als Billigware zu verkaufen. Merkmale einer seriösen Zucht, sind u. a. Die Hunde haben Kontakt zur Familie, der Züchter/in stellt Fragen, denn er/sie möchte sicher gehen dass es seinen Welpen auch nach dem Verkauf gut geht. Er hat nur eine oder maximal zwei Rassen zur Zucht, die Tiere leben nicht in Zwingern, die Zucht wird tierärztlich betreut, die Welpen zeigen sich aufmerksam, Augen tränen nicht, Näschen sind glänzend und sauber, die Elterntiere können Sie persönlich kennenlernen, die Abgabe erfolgt nicht vor der 9. Woche des Welpens. Ein verantwortungsvoller Züchter/in hat nicht zu jeder Zeit Welpen im Angebot. Die Welpen sind nachweislich tierärztlich betreut, regelmäßig entwurmt und besitzen die notwendige Grundimmunisierung. Ein verantwortungsvoller Züchter/in schließt mit dem Hundeübernehmer einen Kaufvertrag, der Käufer sowie Verkäufer gleichfalls absichert. Ebenfalls geschieht diese Absicherung innerhalb Schutzverträgen der Tierschutzorganisationen bzw. Tierheime.

Und auch im Tierheim findet sich oft der treue vierpfötige Begleiter, selbst wenn es kein Welpe mehr ist, hier warten viele Hunde auf eine zweite Chance.

DobermannFreyaDer jüngster Fall im Tierheim Wannigsmühle, aus dem unendlichen Tierleid der Handelsware Tier, ist eine gerade mal knapp 4 Monate alte Dobermannhündin, welche ursprünglich aus Polen stammt und über eine dubiose Welpenvermittlung in Thüringen verkauft wurde.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Impfstatus manipuliert war, eine Tollwutimpfung überhaupt nicht vorlag, zudem  war das Tier total verwurmt. Die Erwerber des Hundes, konfrontiert mit diesen Tatsachen gaben ihren Neuerwerb  umgehend bei uns im Tierheim ab, da sie plötzlich Angst um ihre Kinder hatten. Da die Hündin aus dem Ostblock stammte, wurden ihr zu allem Übel auch noch Ohren und Rute kupiert. In Deutschland ist dies verboten. Die junge, agile Dobermannhündin wartet nun im Tierheim Wannigsmühle auf ein liebevolles, verantwortungsvolles und sportlich orientiertes Zuhause.

Quelle: Mitgliedermagazin Bund Deutscher Tierfreunde e.V.

Stiftung Tierheim Wannigsmühle